Der Sinn von schamanischen Ritualgegeständen und Ritualen
Wie wichtig sind schamanische Ritualgegenstände für die schamanische Arbeit? Und was hat es damit auf sich? Was kann man damit tun, wie entsteht so ein schamanischer Ritualgegenstand eigentlich?
Erinnere dich, ein jeder Mensch, wenn er in der Natur ist und einigermaßen naturnah sozialisiert wurde, sprich in regelmäßigen Abständen Zugang zu der Natur hatte, trägt das Bedürfnis in sich, einige Dinge aus der Natur mit nach Hause zu nehmen. Mal ist es eine Stein, mal eine Feder, ein Stückchen Irgendwas, dass dich anspricht und eben mit nach Hause genommen werden will. Und sicherlich finden sich auch einige Leser hier, die eine ganze Stein- oder Holzsammlung zusammengetragen haben. Die bewussteren unter uns, fragen natürlich innerlich, bei dem Gegenstand, ob sie ihn mitnehmen dürfen und lassen etwas wertschätzendes stattdessen dort, auch wenn es „nur“ ein Dankeschön ist. Aus diesem Verhalten lässt sich ablesen, dass wir ein intuitives Wissen besitzen, welche Energien manchen Gegenständen inne-wohnen. Natürlich ist dies nicht jedes Mal so. In einigen Fällen finden wir Dinge auch einfach nur ästhetisch oder haben eine ganz persönliche Verbindung dazu, weil wir etwas Ähnliches schon mal geschenkt bekamen. Wir fühlen dann eine Verbindung zu einem Gegenstand, da er uns wieder an diesen Menschen andocken lässt.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass wir ein Gespür dafür haben, welche Energie in welchem Stein, in welchem Ästchen, in einem Körperteil eines verstorbenen Tieres innewohnt. Diese Energien, werden bereits seit Urzeiten in das menschliche Leben eingewoben und in das Leben integriert. Somit sind Rituale und Ritualarbeit so alt wie die Menschheit selbst.
Es gibt noch eine zusätzliche Form von aufgeladene Ritualgegenständen. Es handelt sich um Utensielien, in die man einen Spirit/ein Wesen in einem Gegenstand einlädt, um diesen Gegenstand zu energetisieren. Dieser kann somit für bestimmte Aufgaben, z. B. Heilzwecke genutzt werden. Ich möchte hierbei die Freiwilligkeit der Spirits unterstreichen, denn eine Energieform in einen Gegenstand zu zwingen, ihn quasi hineinzubannen ist sehr verwerflich und sollte in der lichten Energiearbeit nicht praktiziert werden. Ein Beispiel für ein wohlwollendes verbinden von Spirits an einen Gegenstand, ist der Ahnenstab. Ein Stab, den man sich erstellen kann, in dem man die Kraft seiner Ahnen oder Anteile der Ahnen einlädt, sich mit diesem Stab zu verbinden.
Bestimmte Mineralien oder Gegenstände besitzen durch ihr Naturell bereits stark unterschiedliche Schwingungen, mit denen man arbeiten kann. Es gibt Frequenzmuster in in bestimmten Steinen, die sich für Heilarbeit, für Schutz und dergleichen besonders gut eignen. Ein bekanntes Beispiel ist der Bergkristall. Er stellt ein sehr, sehr gutes Speichermedium dar; in ihn kann man besonders gut Energien einladen und ihn auch als energetisches Gefäß benutzen. Hierzu können z.B. Kristallschädel genannt werden, in die man sehr besondere Spirits eingeladen hat.
Zusätzlich sei gesagt, dass der Ort einen Gegenstand beeinflusst; quasi einen Imprint in diesen Gegenstand hinein wirkt. So besitzen Steine von bestimmten Kraftorten oder Gegenstände, die lange bei bestimmten Menschen waren, Informationen, von diesem Ort, beziehungsweise von diesem Wesen.
Wir können stumpf durch die Welt laufen und all diese Dinge nicht berücksichtigen, weil wir uns dessen gar nicht gewahr sind. Dann sind uns aber auch viele Türen verschlossen und wir haben dementsprechend auch einen viel geringeren Handlungsspielraum in unserem Leben. Laufen wir aber wachen Sinnes, sprich mit unserer Feinfühligkeit, unserer Feinhörigkeit und unserer Feinsichtigkeit herum, dann können wir diese Dinge mit unserem Bewusstsein auch für das Leben, für die Genesung, für die Weiterentwicklung, sowie für unsere Mitmenschen und Mitwesen nutzen.
Daran erkennt man schon, dass nicht jeder Ritualgegenstand für jeden Menschen die gleiche Nutzbarkeit besitzt. Es kommt jeweils auch auf das Bewusstsein des Menschen an, wie dieser Ritualgegenstände erkennen, gestalten und nutzen kann.
Es gibt auch negative Beispiele in denen Menschen Ritualgegenstände nützen wollen, in die sie noch nicht hineingewachsen sind, welche aber von anderen bereits energetisiert wurden, oder in dem sich ein Spirit einfach zu Hause fühlt. Wenn ein Mensch, der einen bereits „aufgeladenen“ Ritualgegenstand nutzen will, noch nicht das entsprechende Bewusstsein hat, kann dies auch nach hinten losgehen. So erlebte ich beispielsweise im eigenen Umfeld, dass ein Artefakten Sammler einen afrikanischen Starb, wahrscheinlich eines Medizinmannes, mit nach Hause nahm. Anschließend litt dieser untere Schlafproblemen und fühlte sich regelrecht unwohl, wenn er auch nur in die Nähe des Stabes kam. Ich möchte jetzt nicht näher ausführen, was an diesem Stab anhing und welche Energien dieser Mensch sich da ins Haus geholt hatte. Dies konnte aber leicht wieder beseitigt werden.
Da kommen wir auch schon zu einem sehr wichtigen Thema wie man mit Ritualgegenständen und generell mit schamanischen Ritualen umgehen sollte. Das Allerwichtigste, welches ich aus meiner langjährigen schamanischen Praxis Berichten kann, ist der authentische Umgang mit Ritualgegenständen und generell mit Ritualen. Damit ist gemeint, dass ich zum einen weiß, was ich tue und dass ich weiß mit welchen Kräften ich arbeite.
-Sind es wohlwollende Kräfte?
-Sind es natürliche Kräfte der Erde? Sind es Kräfte der Elemente, der Pflanzenwelt, der Mineralwelt, der Tierwelt?
-Empfinde ich Dankbarkeit und Wohlwollen, wenn ich mit diesem Artefakt, mit diesem Gegenstand, im Kontakt bin?
Der große Unterschied zwischen einem „Weißen Magier, Schamanen, energetisch Tätigen“ und einem „schwarzen Magier…“, ist eben die Freiwilligkeit der Unterstützung durch die jeweiligen Spirits. Ein Mensch, der dem Leben wohlgesandt ist, würde nie einen Spirit zwingen, oder ihn verpflichten, ihn bei seiner energetischen Arbeit zu unterstützen. Es verhällt sich wie im physischen Leben eben auch. Wie fühlt es sich an, ein anderes Wesen zu etwas zu zwingen, es in etwas hinein zu zwingen oder es für etwas zu verpflichten, was nur dem Eigennutz dient. Hört sich ziemlich krank an, oder? Und so ist es eben auch in der Feinstofflichkeit.
Es gibt sehr mächtige Wesen, die uns unterstützen können wenn sie wollen. Mit einem gesunden Bewusstsein bittet man darum, dass man von dem ein oder andere Spirit, eine Pflanzengeist, einem Tiergeist oder Elementarwesen usw. unterstützt wird. So kann man Spirits auch in Gegenstände einladen oder über ein Objekt eine schnellere Verbindung zu ihm aufbauen. Und wiederum können wir das auf unser menschliches sein übertragen. Wenn ich mit anderen Menschen wohlwollend umgehe, die Bedürfnisse des Anderen ebenfalls im Blick habe, möglichst Win-Win- Entscheidungen treffe und mich so verhalte, dass Ich keinem anderen willentlich schade (bestenfalls ihm helfe), dann hat dies eine nachhaltige Wirkung. Dem Umgang mit „unseren“ Spirits sollte somit eine wohlwollende Beziehungsebene zu Grunde liegen.
Wir sollten uns jedoch stets bewusst sein, dass jeglicher Gegenstand nur als Brücke für die eigene Handlungsfähigkeit dient. Hierzu eine kleine Geschiche: Ein ehemaliger schamanischer Kollege, wurde von einer Gruppe von Menschen eingeladen, an einem Ort in Deutschland, an einer Heilzeremonie mitzuwirken. Also packt er all seine heiligen Ritualgegenstände, die Schamanentrommel, seine Rassel, seine Ritualkleidung, seinen Schamanenstarb, diverse Federn, Räucherwerk in seinen neuen Kombi. Tatsächlich nutzte er auch seine Gegenstände vor Ort und unterstütze damit das Heilanliegen. Nach einem Wochenende intensiver, schamanischer Heilarbeit packt er all seine Utensilien wieder in seinen Kombi und machte sich auf die Heimreise. Wegen der langen Heimreise mietete er sich auf halbem Weg in einer kleinen Pension ein. Am nächsten Morgen durfte er mit Schrecken feststellen, dass in seinen Kombi eingebrochen wurde. Alle Ritualgegenstände wurden gestohlen; also es waren nicht nur alle ritualgegenstände weg, es wurde alles gestohlen, dass nicht fest im inneren des Kombis verschraubt gewesen war. Ob die Räuber nun wussten, was sie da mitgenommen haben und ob sie damit etwas anfangen konnten, außer zu versuchen es zu verkaufen, das wissen wir nicht. Mein schamanischer Kollege war zutiefst bestürzt, fast panisch. Er hatte einen sehr großen Prozess, all diese Gegenstände und die damit verbundenen Emotionen loszulassen. Ja, ihm war gerade so, als wären damit seine schamanischen Fähigkeiten verloren gegangen. Jeder, der z.B. eine Schamanentrommel besitzt, weiß wie sehr sie einem ans Herz wächst. Alleine so eine Trommel auf diese Art zu verlieren, ist nicht gerade angenehm. Also war es nun für meinen Kollegen dran, tapfer durch diesen Prozess des loslassens zu gehend. Nach einiger Zeit wurde ihm klar, dass all diese Gegenstände nur Brücken waren, um mit seinen eigenen inneren Kräften umzugehen und diese zu lenken oder auch mit den Spirits im Außen anzufragen. Und somit dankte er letztlich diesem unbekannten Räuber, für diese Erkenntnis und Weiterentwicklung. Mein Kollege arbeitete auch künftig noch mit Ritualgegenständen, es wurden aber nie wieder so viele. Ebenso war die Verhaftung mit diesen nie wieder so intensiv wie früher. Er war eine wichtige Lektion für ihn, die ihm das Leben auf diese Weise schenkte.
Kommen wir zurück zum authentischen, schamanischen, rituellen Arbeiten. Was ist eigentlich ein Ritual? Laut Duden steht u. a. ein Ritual sei ein wiederholtes, immer gleichbleibendes, regelmäßiges Vorgehen, nach einer festgelegten Ordnung. Daran erkennt man bereits, dass wir überall im Tagesablauf verschiedene Rituale eingebaut haben. Das morgendliche Zähneputzen ist ein Ritual. Wir haben verschiedene zu Bett geh Rituale, es gibt in jedem Lebensbereich Rituale, Essensrituale usw. .
So gibt es auch in der energetischen Arbeit, an die Energien des Kosmos und der Erde orientierte, sich wiederholende Abläufe. Diesen Abläufen werden dann entsprechende Gegenstände zugeordnet (So wie man die Zahnbürste dem Zahnputzritual zuordnet.). Als kleines Beispiel würde man eine Feder dem Element Luft oder dem jeweiligen Tier und dessen Grundenergie zuordnen. Ich sprach bereits von der Bedeutung authentischer Rituale. Es gibt leider Menschen, die Rituale nur nachspielen und sie nicht authentisch vollziehen, weil sie gar nicht wissen, warum sie etwas tun. Als Negativbeispiel können wir hier viele Rituale in der Kirche beobachten, die irgendwelche Priester oder Pfarrer nachmachen und gar nicht mehr wissen, was sie da eigentlich tun. Das Gleiche geschieht leider auch im schamanischen Bereich. Rituale werden in Büchern gelesen oder in Filmen geschaut und einfach nur nachgemacht. Das sind keine authentischen Rituale, und die Menschen wissen teilweise nicht, wie und was sie da tun. Ich kann nur jedem empfehlen, seine Rituale authentisch zu vollziehen. Dies Bedeutet, eine Ritual so auszuführen, dass der Tätige jeweils mit dem Ssinn seiner Handlung verbunden ist, so dass es sich für denjenigen eben richtig anfühlt; die Intentionen und der jeweilige Entwicklungsstand, passen somit zusammen.
Hierzu noch eine kleine Anekdote: Diese wahre Geschichte stammt aus einer Zeit, in der es noch normal war, dass man sonntags einen Sonntagsbraten zubereitete. Ja, es gab Zeiten, da haben Menschen ihre tierischen Brüder noch verspeist aus Fehllenkung, weil man ihnen erzählt hatte, das sei normal. Aber zurück zum Geschehen; eine junge Frau verliebte sich ,heiratete und übernahm das Ritual des Sonntagsbratens. Ja, in der Geschichte bemerkt man auch, dass die Rollenverteilung zu dieser Zeit noch eine andere war. Denn der Ehemann fragte eines Sonntagmittags seine Frau, warum sie den Braten auf diese Weise zubereitete. Da sie immer die beiden Enden des Bratens vor dem schmoren abschnitt und die Stücke seitlich an den Braten legte. Sie antwortete, dass sie das nicht wisse, dass dies ihre Mutter und ihre Oma auch immer so gemacht hatten und sie das übernommen hatte. Da sie wegen der Frage ihres Mannes nun neugierig geworden war, wollte sie der Sache auf den Grund gehen. Sie rief also ihre Mutter an und fragte diese, warum beide Enden des Bratens abgeschnitten und seitlich zu dem Braten in den Ofen geschoben wurden. Ihre Mutter war ratlos, sie wissen es nicht, sie hätte dieses „Bratenritual“ von ihrer Mutter übernommen. Glücklicherweise lebte die rüstige. Großmutter noch. Beide beschlossen, Oma beim nächsten Besuch nach dem „Bratenritual“ zu fragen. Beim nächsten Oma Besuch bei Kaffee und Kuchen, nutzten die beiden die Gelegenheit und fragten nach.
Die Großmutter fing an zu lachen und erklärte, dass sie damals nur einen kleinen Brattopf hatte und der Braten nicht hineinpasste. Sie musste beiden Enden ein Stück abschneiden und seitlich daran legen. Dies ist ein Beispiel, in dem Rituale einfach nur nachgeahmt werden; sie entsprechen eben nicht unserem authentisch Sein und der aktuellen Zeit.
Es gibt ein paar Grundregeln und Muster von Ritualen, die sinnvoll sind, weil sie einfach an der Erde und am Leben orientiert sind. Aber dennoch rate ich jedem, der Rituale begehen will, hinein zu spüren, ob es sich stimmig anfühlt. Mit den eigenen Worten und den eigenen Mitteln, ein dem Leben zugewantes Ritual auszuführen, ist eine wertvolle Handlung, welche uns und andere vermehrt in die Anbindung bringt. Ein Ritual bringt uns mit unserem höheren SELBST, mit Mutter Erde, mit dem Kosmos, der Quelle, den Tieren, den Pflanzen, in Verbindung.
In diesem Sinne wünsche ich jedem die bewusste Verbundenheit zu sich selbst und allen natürlichen Wesenheiten, insbesondere zu Mutter Erde, sowohl auf der stofflichen als auch in der feinstofflichen Ebene.
Möge das ganze Leben ein lustvolles, freudvolles, lebendiges Ritual im Einklang mit Mutter Erde und ihre Wesenheiten sein. Geliebte Mutter, deine Kinder treten wieder in natürliche Verbindung mit dir! Wir orientieren uns wieder an Deinen Jahreszeiten, orientieren uns an dem Wachstum der Pflanzen, dem Mond, der Sonne…
Es hat begonnen, langsam nehmen wir wieder unseren Platz als Hüter der Erde ein.
Große Mutter es hat begonnen, dass deine Kinder, deine Söhne und deine Töchter sich wieder erinnern, wer sie sind und ihren Platz, als dem Leben dienende Mitschöpfer, einnehmen.
AHO
